Nach dem Hochhausbrand: Vergabe der Spendengelder startet

Stefanie Behrends (von links), Pastorin Daniela Freesemann und Tanja Lubinski freun sich über den Start der Vergabe der Spendengelder.

Sieben Monate nach dem verheerenden Hochhausbrand vom 10. Dezember 2025 beginnt die Vergabe der Spendengelder an die betroffenen Haushalte. Das gemeinsame Vergabegremium der evangelischen Kirchengemeinde St. Lucas Pattensen und der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer hat erstmals getagt und informiert über den aktuellen Stand.

Mit der Vergabe konnte erst begonnen werden, nachdem die Auszahlung der GoFundMe-Spenden abgeschlossen und die Rahmenbedingungen für deren Verwendung geklärt waren. Erst anschließend konnten die Anträge entgegengenommen und geprüft werden.

Das Vergabegremium hat in seiner ersten Sitzung alle bislang eingegangenen Unterstützungsanträge gesichtet. Insgesamt sind 28 Haushalte von den Folgen des Brandes betroffen. Bisher haben 15 Haushalte einen Antrag auf finanzielle Unterstützung gestellt. Elf Haushalte haben mitgeteilt, dass sie keine finanzielle Unterstützung benötigen. Von zwei Haushalten steht eine Rückmeldung noch aus.

Die beantragten Unterstützungen reichen von rund 400 Euro bis zu etwa 80.000 Euro und spiegeln den jeweils individuell entstandenen, teilweise erheblichen Unterstützungsbedarf wider. Beantragt werden unter anderem Zuschüsse für den Ersatz verdorbener Lebensmittel aus Tiefkühltruhen, Unterkunftskosten, die Beseitigung von Schimmelschäden oder notwendige Anschaffungen für Übergangswohnungen, beispielsweise Trockner, Babybetten oder andere Einrichtungsgegenstände.

Das Vergabegremium setzt sich aus Pastorin Daniela Freesemann als Vertreterin der evangelischen Kirchengemeinde St. Lucas Pattensen, Stefanie Behrends und Tanja Lubinski als Vertreterinnen der ehrenamtlichen Helfer sowie je einem Mitglied des Verwaltungsbeirats des Hauses und der Stadtverwaltung Pattensen zusammen. Bis zur nächsten Sitzung Anfang August werden gemeinsam mit den Antragstellerinnen und Antragstellern noch offene Fragen geklärt. Anschließend wird das Gremium über die Vergabe der Spendengelder entscheiden. Ziel ist eine faire, transparente und bedarfsgerechte Unterstützung aller Betroffenen.

Die Situation der Bewohnerinnen und Bewohner ist bis heute sehr unterschiedlich. Während einige Familien bereits seit Februar wieder in ihre Wohnungen zurückkehren konnten und seit Monaten mit Baulärm, Schmutz und umfangreichen Sanierungsarbeiten leben, haben in anderen Wohnungen die Arbeiten noch nicht begonnen. Teilweise stehen dort nur noch die entkernten Rohbauwände. Für viele Betroffene ist der Weg zurück in den Alltag deshalb noch lange nicht abgeschlossen. Die eingegangenen Anträge verdeutlichen, dass trotz Versicherungsleistungen in vielen Fällen weiterhin erhebliche Belastungen bestehen.

Insgesamt stehen für die Unterstützung der betroffenen Haushalte rund 20.000 Euro zur Verfügung. Dieser Betrag setzt sich aus 50 Prozent der Spendensumme der GoFundMe-Aktion sowie den weiteren vor Ort eingegangenen Spenden zusammen.

Aus der GoFundMe-Aktion sind nach Abschluss eines aufwendigen Auszahlungsprozesses rund 33.700 Euro – nach Abzug der Verwaltungsgebühren von GoFundMe – auf dem Spendenkonto der evangelischen Kirchengemeinde St. Lucas Pattensen eingegangen. Gemäß der hierfür notwendigen Vereinbarung erhält die unmittelbar vom Brand betroffene Familie der Brandwohnung 50 Prozent dieser Spendensumme. Die übrigen 50 Prozent fließen gemeinsam mit den weiteren Spenden aus Pattensen – unter anderem vom Weihnachtsmarkt, aus Kollekten, von Initiativen sowie zahlreichen Privatspenderinnen und Privatspendern – in den gemeinsamen Spendentopf für die übrigen betroffenen Haushalte. Diese vertragliche Vereinbarung war Voraussetzung dafür, dass die Spendengelder aus der GoFundMe-Aktion überhaupt nach Pattensen ausgezahlt werden konnten

Pastorin Daniela Freesemann erklärt: „Die Hilfsbereitschaft nach dem Brand war sehr groß. Dafür sind wir allen Spenderinnen und Spendern von Herzen dankbar. Uns ist wichtig, dass die Spendengelder verantwortungsvoll, transparent und dort eingesetzt werden, wo sie den Betroffenen jetzt konkret helfen.“

Stefanie Behrends, Vertreterin der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, ergänzt: „Die Anträge machen deutlich, dass die Auswirkungen des Brandes bis heute sehr unterschiedlich sind. Manche Familien konnten bereits zurück in ihre Wohnungen, andere stehen noch immer vor großen Herausforderungen. Deshalb schauen wir uns jeden einzelnen Antrag sorgfältig an, um die vorhandenen Spendengelder möglichst gerecht und entsprechend der individuellen Situation zu verteilen.“

Die evangelische Kirchengemeinde St. Lucas Pattensen und die Vertreterinnen der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer danken allen Spenderinnen und Spendern für ihre große Solidarität sowie allen Menschen, die die Betroffenen seit dem Brand mit großem persönlichem Einsatz unterstützt haben. Die breite Hilfsbereitschaft macht es möglich, dort zu helfen, wo trotz Versicherungsleistungen weiterhin erhebliche Belastungen bestehen. Die große Solidarität der Bürgerinnen und Bürger zeigt, wie stark der Zusammenhalt in Pattensen ist.

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